Von Kayaktouren, Tacos und Craftbeer

Apr 14, 2022 | Unterwegs | 0 Kommentare

Erster Stopp: Trondheim. Vor unserem längeren Aufenthalt in Bergen wollten wir es uns nicht nehmen lassen, unsere Freunde Franzi und Håvard in Trondheim zu besuchen. Die beiden arbeiten in der norwegischen „Hauptstadt der Genüsse“ als Doktoranden und haben uns für vier Tage bei sich aufgenommen. Das Wochenende war vollgepackt mit tollen Programmpunkten, die uns gleich erste Berührungspunkte mit der norwegischen Kultur ermöglicht haben.

Ein erster Rundgang durch die Stadt führt uns zur gamle bybro, einer historischen Brücke, die einen tollen Blick auf die berühmten bunten Häuschen am Fluss Nidelva bietet. Nicht fehlen darf natürlich ein Stopp am Nidarosdom, wo bis heute die norwegischen Könige gekrönt werden. Leider hatte der Dom schon zu, als wir davorstanden. Der gotische Sakralbau (errichtet auf der Grabstätte von König Haraldsson) ist aber auch von außen unbedingt einen Blick wert!

Das Highlight des Wochenendes ist aber in jedem Fall eine Kayaktour auf dem Fluss Nidelva, die im Stadtteil Sorgenfri (ja, das heißt wirklich so;)) beginnt und uns bis ins Zentrum führt. Jeweils zu zweit plus einem Guide paddeln wir ganz entspannt den Fluss entlang, ein fast schon meditatives Erlebnis, bei dem uns kein einziges Boot entgegenkommt. Die Tour ist meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit, einen ersten Eindruck von Trondheim und der hübschen Umgebung zu bekommen. Nach knapp eineinhalb Stunden kommen wir müde aber glücklich in der Innenstadt an und gönnen uns erst einmal eine heiße Schokolade.

Abends lernen wir dann eine echte norwegische Tradition kennen, den Taco Fredag. Die Regale im Supermarkt weisen unübersehbar auf diesen kulinarischen Höhepunkt der Woche hin: Tacoschalen, verschiedene Dips, schwarze Bohnen und Gewürzmischungen in allen möglichen Varianten schmücken die Reihen. Wir entscheiden und für die vegetarische Variante mit pürierten Bohnen garnieren das mexikanische Gericht mit Granatapfel-Dip, Guacamole und überbackenem Käse – unglaublich lecker! Eine Studie hat gezeigt, dass immerhin 12, 6 Prozent aller Norweger freitags Tacos essen – auch wir werden das ab sofort regelmäßig tun.

Als bekennende Minigolffans müssen wir natürlich zu viert das Trondheim Camping ausprobieren, eine urige Indoor-Minigolfanlage, die auf zwei Stockwerken auf unkonventionell eingerichteten Bahnen (keine klassischen Bundesligabahnen;-)) zum Spielen einlädt. Der Clou ist sicher die Campingeinrichtung: Klappstühle, urige Holztreppen sowie Sonnenschirme sorgen für Urlaubsflair. Mir haben besonders die verschiedenen Spielansätze an jeder Bahn gefallen. Die Bälle müssen über Rampen, Rohre und sogar über zwei Stockwerke ans Ziel gebracht werden. Eine willkommene Abwechslung zu den doch eher starren Regeln auf deutschen Bahnen.

Zum Abschluss werden wir von unseren Freunden in die Craftbeerszene Trondheims eingeführt – ein Tasting mit neun verschiedenen BIersorten (u. a. IPA, Pils, Helles, Dark Ale) in doch recht großen Gläsern lässt die Stimmung schnell steigen. Mal vom Preis abgesehen (daran muss man sich in Norwegen schnell gewöhnen) kann das Bier durchaus mit deutschen Anbietern mithalten. Leckere Burger (auch vegetarisch) gibt es dazu: Von der Restaurant/Kneipendichte bin ich in Trondheim sehr angetan, sie wird nicht umsonst auch als heimliche kulinarische Hauptstadt Norwegens bezeichnet. Doch nun heißt es erstmal Abschied nehmen, denn wir begeben uns auf eine mehrtägige Reise in Richtung Bergen…

geschrieben von Larissa

Ich wohne momentan in Bergen und schreibe von hier aus diesen Blog. Ich bin ausgebildete Journalistin und habe vorher Skandinavistik studiert. Vor meinem Norwegenabenteuer habe ich auch schon in Schweden und auf Island gelebt.

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